Häufige Fragen zur Knochenmarkspende

HAT KNOCHENMARK ETWAS MIT DEM RÜCKENMARK ZU TUN?
Hierbei handelt es sich um einen weit verbreiteten Irrtum. Knochenmark und Rückenmark haben nichts miteinander gemein. Bei der Stammzellentnahme aus dem Knochenmark bleibt das Rückenmark unberührt. Es besteht daher auch keine Gefahr einer Querschnittslähmung!

WER DARF SPENDER WERDEN?

Sie kommen als Stammzellspender in Frage, wenn Sie

  • zwischen 18 und 55 Jahre alt sind,
  • körperlich gesund sind,
  • mindestens 50 kg wiegen oder einen Body-Mass-Index von 40 nicht überschreiten,
  • in Deutschland oder nicht weiter als 50 km von der deutschen Grenze entfernt leben.

Ausschlusskriterien
Beachten Sie bitte zusätzlich, dass wir keine Personen in die Datei aufnehmen können, die nach den Richtlinien der Bundesärztekammer einer Risikogruppe angehören oder an einer der folgenden Erkrankungen leiden:

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: wie z.B. koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzschwäche, behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen, schlecht eingestellter Bluthochdruck
  • Erkrankungen der Atemwege: wie z.B. schweres chronisches Asthma (regelmäßige medikamentöse Therapie), chronische Bronchitis, Lungenfibrose, Lungenembolie
  • Erkrankungen des Blutes, Blutgerinnungssystems oder der Blutgefäße: wie z.B. autoimmunbedingte Anämien, Hämophilie A (Bluterkrankheit), tiefe Venenthrombose
  • Erkrankungen der Psyche und des zentralen Nervensystems: wie z.B. behandlungsbedürftige Depressionen, Psychosen, Schizophrenie, Epilepsien, Multiple Sklerose
  • Erkrankungen des Autoimmunsystems: wie z.B. rheumatoide Arthritis (Rheuma), Kollagenosen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • Erkrankungen der endokrinen Drüsen: wie z.B. Diabetes mellitus, Morbus Basedow
  • Krankheiten, die als bösartig gelten (Krebserkrankungen)
  • Krankheiten, die infektiös sind: wie z.B. noch nicht ausgeheilte Hepatitis B oder C, chronische Borreliose, HIV-Infektion
  • Personen mit einer Fremd-Organtransplantation bzw. Fremd-Gewebetransplantation wie z.B. Niere, Herz, Haut, Hornhaut, Hirnhaut, Achillessehne
  • Personen, die an einer Suchterkrankung leiden wie z.B. Alkohol- oder sonstige Drogen- sowie Medikamentenabhängigkeit

WOFÜR BRAUCHE ICH DIE DKMS-SPENDERCARD?
Bei der Aufnahme in die DKMS als potenzieller Stammzellspender erhalten Sie nach ein paar Wochen per Post Ihre DKMS-Spendercard. Darauf ist Ihre persönliche Spendernummer eingetragen. Es erleichtert unsere Arbeit, wenn Sie die Spendercard griffbereit aufbewahren und uns Ihre Spendernummer im Falle einer Kontaktaufnahme mitteilen können.

WAS IST, WENN ICH SCHWANGER WERDE / BIN?
Sie können Sich auch während Ihrer Schwangerschaft bei uns als potenzielle Stammzellspenderin registrieren, sofern Sie die sonstigen Voraussetzungen zur Spendentauglichkeit erfüllen. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie schwanger sind und geben Sie uns den voraussichtlichen Entbindungstermin an.

Sie werden von uns ab diesem Zeitpunkt sowie in der Regel noch 6 Monate nach der Entbindung (Still- und Erholungszeit) als potenzielle Stammzellspenderin gesperrt. Nach Ablauf der Sperre werden Sie dann wieder für Anfragen freigegeben, falls wir nichts Gegenteiliges von Ihnen hören.

 

WIRD BEI DER TYPISIERUNG ZUR AUFNAHME IN DIE DKMS GLEICHZEITIG EIN HIV-TEST VORGENOMMEN?
Bei der Aufnahme in die DKMS wird ein Teil Ihrer Gewebemerkmalskombinationen untersucht, es erfolgen keine Tests hinsichtlich bestimmter Infektionserreger. Da es zumeist erst Jahre später zu einer konkreten Anfrage für eine Stammzellspende kommt, untersuchen wir Sie erst dann auf bestimmte Infektionserreger wie z.B. HI-Viren, Hepatitis-Viren (B und C), wenn Sie tatsächlich als Spender in Frage kommen.

WELCHE QUALITÄT HABEN DIE TYPISIERUNGEN DER DKMS?
Bei einer Typisierung werden die Gewebemerkmale eines Spenders analysiert. Je detaillierter (d.h. „hochaufgelöster“) die Gewebemerkmale eines Spenders vorliegen, desto schneller kann überprüft werden, ob er oder sie für einen Patienten zum Lebensretter werden kann, da eine Nachtypisierung entfällt.

Nach aktuellem, wissenschaftlichem Stand müssen für eine erfolgreiche Transplantation möglichst zehn Merkmale zwischen Spender und Patient übereinstimmen. Um lebenswichtige Zeit zu sparen, führt die DKMS daher seit Mai 2010 direkt bei der Neuaufnahme aller Spender hochaufgelöste Typisierungen dieser zehn wichtigsten, für eine Transplantation relevanten, Gewebemerkmale durch.

Die DKMS ist jedoch nicht nur in der Qualität führend. Die von uns beauftragten Labore arbeiten nach modernsten wissenschaftlichen Standards und sind in der Lage, monatlich mehr als 25.000 Proben zu typisieren. Personen, die sich bei der DKMS registrieren, können also sicher sein, dass ihre Gewebemerkmale so schnell wie möglich typisiert werden und der weltweiten Spendersuche zur Verfügung stehen.

WER TRÄGT DIE KOSTEN, WENN ICH FÜR EINEN PATIENTEN STAMMZELLEN SPENDE?
Die Krankenkasse des betroffenen Patienten bezahlt alle notwendigen Untersuchungen, Behandlungen und einen eventuellen Krankenhausaufenthalt des Spenders. Ebenso übernimmt sie die Kosten eines eventuellen Verdienstausfalls, Reisekosten und andere nichtmedizinische Aufwendungen. Die DKMS regelt alle organisatorischen Belange für Sie, Sie brauchen sich um nichts zu kümmern. Selbst die Krankenkassen-Abrechnung erfolgt über uns, bei allen möglichen Fragen stehen wir Ihnen beratend zur Seite steht.

WARUM KOSTET DIE TYPISIERUNG GELD?
Die DKMS wurde 1991 als Privatinitiative gegründet. Damals gab es in Deutschland gerade einmal 3.000 registrierte Stammzellspender und wenig Hoffnung auf Hilfe für Leukämiepatienten. Nachdem die ersten Spendengelder schnell für Typisierungskosten ausgegeben waren, erhielt die DKMS als Anschubfinanzierung Unterstützung von der Deutschen Krebshilfe und dem Bundesministerium für Gesundheit. Diese Hilfen liefen aber Ende 1994 aus. Seitdem ist die DKMS für den weiteren Ausbau der Datei auf Geldspenden angewiesen.

Die Kosten, die heute für die Registrierung anfallen, sind im Vergleich zu damals deutlich gesunken, von damals 600 DM auf heute 50 Euro, die aus Spenden generiert werden müssen. Leider lässt sich diese Preisspirale aber nicht beliebig weiter nach unten drehen, ohne von unserem Qualitätsanspruch abzuweichen.

WARUM BEZAHLT DIE KRANKENKASSE MEINE TYPISIERUNG NICHT?
Die Krankenkassen dürfen laut Bestimmungen des Sozialgesetzbuches V (SGB V) lediglich die Behandlungskosten zur Genesung der Versicherten tragen.
Kommen Sie dagegen als Spender in Frage, übernimmt die Krankenkasse des Patienten alle weiteren Kosten, die durch eine eventuelle Stammzelltransplantation entstehen. Dies sind z.B. weiterführende Untersuchungen Ihres Blutes sowie die Kosten, die im Rahmen Ihrer Stammzellspende im Krankenhaus entstehen, wie auch Ihre Reisekosten und der eventuelle Verdienstausfall.
Die Krankenkassen unterstützen uns u.a. bei der sogenannten Bestandspflege. Für unsere Arbeit ist die Qualität der Spender-Daten z.B. hinsichtlich der Aktualität der Adressen sehr wichtig. Dies ist ein Grund dafür, dass die DKMS allen potenziellen Stammzellspendern eine DKMS-Spendercard zuschickt und einmal im Jahr mit dem Spendermailing anschreibt. Auf diese Weise überprüfen wir die Adressen und halten Sie über alles Neue auf dem Laufenden. Denn nichts wäre schlimmer, als die Stecknadel im Heuhaufen gefunden zu haben und sie dann aufgeben zu müssen, weil derjenige umgezogen ist und die neue Adresse nicht mitgeteilt hat.

WERDE ICH ZUR SPENDE KRANKGESCHRIEBEN UND WIE REAGIEREN DIE ARBEITGEBER?
Ja, als Spender werden Sie krankgeschrieben. Die DKMS übernimmt für den erforderlichen Krankschreibungszeitraum die Lohnfortzahlung.

Bei der Knochenmarkentnahme werden Sie für ca. eine Woche krankgeschrieben. Dies umfasst den Krankenhausaufenthalt von drei Tagen sowie zwei Tage danach.

Bei der peripheren Stammzellentnahme ist der Spender trotz Gabe des G-CSF arbeitsfähig, er wird für die zwei Tage der Entnahme krankgeschrieben, benötigt aber nach der Spende keine weitere Krankmeldung.

Sollte wider Erwarten eine Krankschreibung notwendig werden, kann dies vom Hausarzt bescheinigt werden.

Die DKMS kontaktiert im Falle einer Stammzellspende den Arbeitgeber des Spenders. Aus der langjährigen Erfahrung der DKMS zeigt sich, dass dieser in der Regel sehr positiv reagiert, wenn sein Mitarbeiter zu einer Stammzellspende gebeten wird. Auch wird dem Arbeitgeber ggf. die Lohnfortzahlung ersetzt.

WIE BIN ICH ALS SPENDER ABGESICHERT?
Die gesetzliche Unfallversicherung schützt alle Personen, die sich im Interesse anderer oder der Allgemeinheit besonders einsetzen. Der Versicherungsschutz besteht kraft Gesetzes, ohne dass es dazu einer gesonderten Versicherung bedarf, und umfasst unter anderem Blutspender und Spender körpereigener Gewebe. Somit besteht auch für Sie als Spender dieser gesetzliche Versicherungsschutz. Des Weiteren schließt die DKMS zwei zusätzliche Unfallversicherungen für Sie ab.

Hierbei sind der operative Eingriff oder die ambulante Stammzellentnahme versichert. Mitversichert sind auch die An- und Abreise zur und von der Entnahmeklinik.

WIE WIRD DIE SICHERHEIT MEINER DATEN GEWÄHRLEISTET?
Datenschutz und Datensicherheit sind für die DKMS und damit für jeden Mitarbeiter oberstes Gebot. Der Schutz Ihrer personenbezogenen Daten ist uns ein besonderes Anliegen. Für die Gewährleistung des Datenschutzes gibt es bei der DKMS einen eigenen betrieblichen Datenschutzbeauftragten, der auf die Einhaltung des Bundesdatenschutzgesetzes achtet.

Die DKMS erhebt, verarbeitet und nutzt Ihre personenbezogenen Daten entsprechend Ihrer Einverständniserklärung nur (soweit dies gesetzlich zulässig und notwendig ist) um geeignete Stammzellspender zu finden.

Ihre persönlichen Daten werden ausschließlich bei der DKMS gespeichert. Lediglich die suchrelevanten Daten wie HLA-Gewebemerkmale, Alter und Geschlecht übermitteln wir mit der zugewiesenen Spendernummer an nationale bzw. internationale Suchregister wie das ZKRD (Zentrales Knochenmarkspenderregister für Deutschland) und das National Marrow Donor Program in den USA (NMDP).

WIE FINANZIERT SICH DIE DKMS?
Um die Aufnahme neuer Spender in die Datei finanzieren zu können, ist die DKMS auf Geldspenden angewiesen.

Den laufenden Betrieb finanziert die DKMS durch Kostenerstattungen der Krankenkassen für die Pflege der Datei, die Durchführung von weiterführenden Typisierungen bei der Suche für einen konkreten Patienten und die Organisation von Stammzellentnahmen. Dies geschieht qualitativ hochwertig und sehr effektiv und wird jährlich von anerkannten Wirtschaftsprüfern testiert.

ERHALTE ICH EINE ZUWENDUNGSBESCHEINIGUNG FÜR MEINE GELDSPENDE?
Ab einer Geldspende in Höhe von 100 Euro stellen wir Ihnen automatisch eine Spendenbescheinigung aus. Bei Spenden unter dem genannten Wert können wir Ihnen auf Anfrage eine Spendenbescheinigung zukommen lassen. Bitte beachten Sie, dass Spendenbescheinigungen sechs Wochen nach Eingang der Spende ausgestellt werden.

Zur Zuwendungsbestätigung: Wir sind wegen Förderung mildtätiger Zwecke und folgender gemeinnütziger Zwecke, Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, nach dem letzten uns zugegangenen Freistellungsbescheid bzw. nach der Anlage zum Körperschaftsteuerbescheid des Finanzamtes Tübingen StNr. 86168/15007 vom 19.01.2011 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes von der Gewerbesteuer befreit. Es wird bestätigt, dass die Zuwendung nur zur Förderung mildtätiger Zwecke und folgender gemeinnütziger Zwecke, Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, verwendet wird.

WARUM HAT DIE DKMS KEIN DZI SPENDENSIEGEL?
Wir beantragen kein Spendensiegel beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), da die Einrichtung nicht die aktuelle Arbeit prüft, sondern nur das vergangene Vorgehen. Das ständige Aufsichtsorgan der DKMS jedoch, bestehend aus unabhängigen Stiftungsratsmitgliedern, wacht konstant über unsere Arbeit. Darüber hinaus unterzieht sich die DKMS seit Bestehen jedes Jahr einer unabhängigen Prüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young AG. Ein weiterer Grund liegt in den erheblichen Kosten, die mit der DZI-Prüfung verbunden sind. Dieses Geld setzt die DKMS stattdessen für die Finanzierung von Typisierungen ein, denn jede Neuaufnahme eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro.

Die DKMS kann mit mittlerweile über 2.563.612 Spendern, über 27.887 Stammzellspendern, aktuell über 3.023 Firmentypisierungen, zahlreichen Medizinern, Geschäftspartnern und anderen Unterstützern auf einzigartige Referenzen verweisen. Überzeugen Sie sich auf dieser Homepage oder persönlich auf einer unserer bundesweiten Typisierungsaktionen. Wir freuen uns, wenn wir Sie mit unserer Arbeit begeistern können.

WIE HOCH IST DIE CHANCE, FÜR EINE STAMMZELLSPENDE IN FRAGE ZU KOMMEN?
Nach unserer Erfahrung kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa 1 % innerhalb des ersten Jahres nach der Registrierung. Im Moment spenden täglich mindestens zwölf DKMS-Spender Stammzellen. Bereits über 26.000 Mal konnten unsere Spender Patienten weltweit die Chance auf Leben schenken.
WELCHE RISIKEN BESTEHEN BEI DER STAMMZELLSPENDE?
Für die Lebensspende mittels der peripheren Stammzellentnahme ist weder eine Vollnarkose noch eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus erforderlich. Das Verfahren der peripheren Stammzellentnahme wird in der Medizin seit 1988 angewandt, bei DKMS-Spendern seit 1996. Langzeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand bei der Stimulation mit G-CSF nicht belegt. Spätfolgen sind bisher nicht beobachtet worden.

Bei der Knochenmarkentnahme ist eine Vollnarkose notwendig. Das Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen bei einer Vollnarkose wird von Ärzten mit weniger als etwa 1:50.000 angegeben. Nach der Entnahme können Wundschmerzen und vereinzelt Übelkeit als Nachwirkung der Vollnarkose auftreten. Außerdem besteht ein Infektionsrisiko, wie es für eine Wunde gilt.

WAS SIND HLA-MERKMALE?
HLA ist die Abkürzung für Humane Leukozyten-Antigene. Es handelt sich um bestimmte Merkmale der Zelloberfläche, die sogenannten Gewebemerkmale, beim Menschen.

Jeder Mensch besitzt auf seinen Körperzellen für ihn typische Gewebemerkmale, aufgrund derer das Immunsystem eigenes von fremdem Gewebe unterscheiden kann. So entsteht ein Abwehrmechanismus gegen Krankheitserreger (Fremdeiweiße), der zu Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen führen kann. Deshalb ist es wichtig, dass die HLA-Merkmale zwischen Spender und Patient nahezu hundertprozentig übereinstimmen.

WER TRÄGT DIE KOSTEN, WENN ICH FÜR EINEN PATIENTEN STAMMZELLEN SPENDE?
Die Krankenkasse des betroffenen Patienten bezahlt alle notwendigen Untersuchungen und Behandlungen im Vorfeld der Spende sowie Ihren eventuellen Krankenhausaufenthalt. Ebenso übernimmt sie die Kosten eines eventuellen Verdienstausfalls, Reisekosten und andere nichtmedizinische Aufwendungen. Die DKMS regelt alle organisatorischen Belange für Sie, Sie brauchen sich um nichts zu kümmern. Selbst die Krankenkassen-Abrechnung erfolgt über uns. Bei allen möglichen Fragen stehen wir Ihnen beratend zur Seite.

DARF ICH DEN PATIENTEN KENNENLERNEN?
Grundsätzlich dürfen Sie den Patienten kennenlernen. Allerdings ist ein wenig Geduld gefragt: Die deutschen Richtlinien sehen vor, dass sich Spender und Patient erst zwei Jahre nach der Spende persönlich kennenlernen dürfen. In der Zeit zwischen Spende und Ablauf der Frist können Sie aber bereits ersten Kontakt zum Patienten aufnehmen: Vermittelt über die DKMS können Spender und Patient sich anonymisiert Briefe schreiben oder Geschenke austauschen. Die DKMS hat aus Datenschutzgründen keinen direkten Kontakt zu den Patienten und kann die Weitergabe der Post an die Patienten häufig nur schwer beeinflussen. Hier sind wir auf die Unterstützung der behandelnden Klinik angewiesen. Da die Patienten oft nach der Transplantation von einer anderen Klinik weiterbehandelt werden, kann es z.B. zu Verzögerungen kommen. Nach Ablauf der vorgesehenen Kontaktsperre können Spender und Patient sich auch direkt schreiben oder persönlich treffen – wiederum über die DKMS vermittelt, vorausgesetzt Sie und der Patient sind einverstanden.

Unsere Erfahrung über die Jahre zeigt: Viele Spender und Patienten wollen einander kennenlernen. Die Begegnungen von Spendern und Patienten sind immer wieder sehr berührende Momente. Nicht selten entstehen tolle Freundschaften. Auch wenn das ausgewiesene Ziel der DKMS die im medizinischen Sinne erfolgreiche Spendervermittlung ist, sind es gerade die persönlichen Begegnungen, die uns immer wieder motivieren. Sie zeigen, dass sich unsere Arbeit für jeden Einzelnen lohnt!

Hinweis für Spenden ins Ausland
Bei Spenden ins oder aus dem Ausland gelten häufig andere Regelungen im Hinblick auf die Kontaktmöglichkeiten von Spender und Patient – manche Länder sind freizügiger, andere lassen gar keinen Kontakt zu. Die DKMS hilft auch hier gerne dabei, Spender und Patient zusammenzubringen, sofern dies rechtlich erlaubt ist.

WANN WIRD DIE STAMMZELLTRANSPLANTATION ANGEWENDET?
Stammzelltransplantationen werden überwiegend bei Patienten durchgeführt, die unter Erkrankungen des blutbildenden Systems leiden. Dazu gehören verschiedene Formen von Leukämie und Lymphknotenkrebs bei Kindern und Erwachsenen, die schwere aplastische Anämie, schwere angeborene Immundefekte (nur bei Kindern) sowie verschiedene Erkrankungen der roten Blutkörperchen. Am häufigsten wird die Stammzelltransplantation jedoch bei verschiedenen Formen der Leukämie angewendet.

KANN MAN SICH DIE METHODE DER STAMMZELLSPENDE AUSSUCHEN?
Natürlich versuchen wir, Ihre Wünsche zu berücksichtigen. Jedoch kann abhängig von der Situation des Patienten eine Methode aus medizinischen Gründen ausgeschlossen oder bevorzugt werden. Grundsätzlich sollten Sie zu beiden Methoden bereit sein.

WIE HOCH SIND DIE HEILUNGSCHANCEN DURCH EINE STAMMZELLTRANSPLANTATION UND WELCHE KOMPLIKATIONEN KÖNNEN BEIM PATIENTEN AUFTRETEN?
Bei 40-80 Prozent der transplantierten Patienten verläuft die Behandlung erfolgreich. Die individuelle Überlebensdauer nach einer Transplantation hängt im Einzelfall von Alter und Gesundheitszustand des Patienten, vom Zeitpunkt der Transplantation, von der Art der zugrunde liegenden Erkrankung und vom Auftreten möglicher Komplikationen ab.

Komplikationen während der Vorbereitungsphase treten meist in Form der bekannten Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie auf, wie z.B. Übelkeit und Erbrechen. Während der ersten Zeit nach der Transplantation besteht generell ein erhöhtes Infektionsrisiko, da das Immunsystem des Patienten nach der Vorbereitungsphase stark geschwächt ist und sich erst langsam wieder aufbaut. Leider können auch Rückfälle auftreten, da unter Umständen nicht alle Krebszellen zerstört wurden. Das heißt, es kann auch nach der Transplantation zum erneuten Ausbruch der Leukämie kommen. Nach der Transplantation kann es auch sein, dass die neuen Stammzellen sich mit dem Körpergewebe des Patienten nicht vertragen und es daraufhin zu einer umgekehrtenAbstoßungsreaktion kommt. Diese Komplikation (Graft-versus-Host-Disease) kann unterschiedlich heftig ausfallen, ist aber oft erfolgreich zu behandeln. Sollten die Stammzellen des Spenders nicht anwachsen oder kommt es zu einem Krankheitsrückfall, wird der Spender eventuell gefragt, ob er zu einer weiteren Stammzellspende bereit ist.

WAS SIND DIE ERSTEN ANZEICHEN FÜR DEN ERFOLG EINER STAMMZELLTRANSPLANTATION?
Nach ca. zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen beim Patienten erste Anhaltspunkte, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe erfüllen und gesunde Blutzellen bilden. Nach einer Transplantation stimulierter peripherer Blutstammzellen ist dies in der Regel schneller der Fall als nach der Übertragung von Stammzellen aus dem Knochenmark. Bei einem stetigen Anstieg weißer Blutkörperchen steigt auch die Chance auf ein zweites Leben für den Patienten.

WIE GEHT ES DEM PATIENTEN/DER PATIENTIN, WENN ER/SIE WIEDER ZU HAUSE IST?
Ziel ist, dass der Patient nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus wieder ein fast normales Leben führen kann. Anfangs muss er jedoch einige Regeln befolgen. So sollte der Patient sich beispielsweise anfangs von großen Menschenmengen fernhalten, um ein davon ausgehendes erhöhtes Infektionsrisiko zu vermeiden. Bei einigen Patienten kommt es zu lang andauernden Abstoßungsreaktionen, z.B. Hautausschlägen, Haarausfall, verminderter Speichel- und Tränenproduktion (Graft-versus-Host-Disease).

WAS PASSIERT, WENN KEIN PASSENDER SPENDER GEFUNDEN WIRD?
In diesem Fall versuchen die Ärzte, dem Patienten durch andere Formen der Behandlung zu helfen. Je nach Art der individuellen Erkrankung werden vor allem die Strahlentherapie und die Chemotherapie eingesetzt. Bei vielen Patienten jedoch ist die Stammzelltransplantation die einzige Behandlungsmethode mit Aussicht auf Heilung.

KANN EIN POTENZIELLER SPENDER SEINE ZUGESAGTE SPENDE ZURÜCKNEHMEN?
Es gibt persönliche und andere Gründe, sich kurzfristig doch noch von einer Spende zurückzuziehen. Sie sollten daher wissen, dass wir Ihre Entscheidung in jedem Fall respektieren. Wenn Sie die Zusage jedoch kurz vor der eigentlichen Transplantation erteilen, leiten die Ärzte die Vorbereitungsphase des Patienten für die Stammzelltransplantation ein. Ab diesem Zeitpunkt kann der Patient ohne nachfolgende Übertragung Ihrer Stammzellen nicht überleben.

KANN MAN MEHRMALS STAMMZELLEN SPENDEN?
Es gibt Spender, die bereits häufiger Stammzellen – für „ihren“ Patienten und auch für andere – gespendet haben. Da sich Stammzellen nach der Entnahme wieder nachbilden (ähnlich wie bei der Blutspende), ist es möglich, diese mehrfach zu spenden. Grundsätzlich achten wir aber darauf, die Belastung für Sie gering zu halten. Um den Spender, der bereits Stammzellen für „seinen Patienten“ gespendet hat, bei einem möglichen Rückfall für eine weitere Spende zu „reservieren“ und um ihn zugleich vor Mehrfachspenden für andere Patienten zu schützen, suchen wir über das Replacement Donor Program der DKMS für jeden Lebensspender einen „Zwilling“ mit identischen Gewebemerkmalskombinationen.

WARUM IST EINE STAMMZELLENTNAHME NICHT IN JEDER GROSSEN KLINIK MÖGLICH?
Nicht jede Klinik verfügt über die technischen Möglichkeiten und das Know-how, eine Stammzellspende durchzuführen. Eine Entnahme von Stammzellen sollte nur an einem erfahrenen Entnahmezentrum stattfinden, das ein entsprechendes Zertifizierungsverfahren durchlaufen hat. Für die Kliniken, mit denen wir bereits zusammenarbeiten, können wir dies garantieren.

WIE WERDE ICH AUF DIE STAMMZELLENTNAHME VORBEREITET?
Vor der Spende werden Sie gründlich untersucht, um sicherzustellen, dass Sie vollkommen gesund sind. Die umfassende Untersuchung gewährleistet, dass der Eingriff für Sie und den Patienten so risikolos wie möglich verläuft. Der entstehende Blutverlust während der Entnahme kann auf diesem Wege problem- und gefahrlos ausgeglichen werden.

Vor der Stammzellspende müssen Sie keine besonderen Verhaltensregeln oder Einschränkungen befolgen. Sie sollten allerdings jegliche Risiken meiden, die zu Krankheiten oder schweren Verletzungen führen und so die Stammzellspende gefährden könnten.